Fakten, Flair, Leben & Geschichte: Potsdam
Inhalt
Namensgebung
Geschichtliches
Bezug zur historischen Mark Brandenburg
Aktuelle Einwohnerzahl sowie Zahlen & Fakten
Infrastruktur & Anreise
Arbeit, Familie & Alltag
Natur, Badeseen & Wanderwege
Sehenswertes & Ausflugsziele
Gastronomie-Empfehlungen
Jährliche Veranstaltungen & Feste
Söhne und Töchter des Ortes
Anekdoten und Geschichten
Mitbringsel und regionale Produkte
Kehrseiten & Nachteile
Weitere Besonderheiten
Potsdam liegt knapp 25 Kilometer südwestlich des Berliner Stadtzentrums, direkt an den geschwungenen Ufern der Havel. Die brandenburgische Landeshauptstadt grenzt unmittelbar an die Bundeshauptstadt an und bildet ein grünes, vom Wasser geprägtes Gegenstück zum Berliner Metropolentempo.



Namensgebung
Der Name Potsdam geht auf die slawische Bezeichnung Poztupimi zurück. Er bedeutet vermutlich Unter den Eichen oder Ort eines Mannes namens Postup. Im Jahr 993 tauchte dieser Name erstmals in den Quellen auf. Aus dem slawischen Fischerdorf entwickelte sich über die Jahrhunderte der heutige Ortsname.
Geschichtliches
Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf den 3. Juli 993 in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ottos III. an seine Tante Mathilde. Potsdam besaß seit dem Mittelalter das Stadtrecht und behielt stets seine historische Eigenständigkeit, selbst als das benachbarte Berlin zur Millionenmetropole heranwuchs. Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, wählte die Stadt im 17. Jahrhundert zur zweiten Residenz des Hauses Hohenzollern. Unter Friedrich dem Großen entwickelte sich Potsdam im 18. Jahrhundert zur glanzvollen Residenzstadt mit weltberühmten Schloss- und Parkanlagen.
Bezug zur historischen Mark Brandenburg
Als Residenz der preußischen Kurfürsten und Könige bildete Potsdam das politische und kulturelle Herzstück der Mark Brandenburg. Die Architektur der Stadt prägte den preußischen Klassizismus und Barock, während die hügelige Wald- und Seenlandschaft der Mark den Rahmen für die königlichen Parks lieferte.
Aktuelle Einwohnerzahl sowie Zahlen & Fakten
In Potsdam leben rund 185.000 Menschen. Die Stadt erstreckt sich über eine Fläche von etwa 187 Quadratkilometern. Gut drei Viertel des Stadtgebiets bestehen aus Grün-, Wasser- und Waldflächen. Potsdam ist die mit Abstand größte Stadt und zugleich das administrative Zentrum des Landes Brandenburg.
Infrastruktur & Anreise
Die Anbindung an das Verkehrsnetz ist hervorragend. Die S-Bahn-Linie S7 verbindet den Potsdamer Hauptbahnhof in rund 40 Minuten mit dem Berliner Stadtzentrum. Regionalexpress-Züge wie der RE1 schaffen die Strecke zum Berliner Hauptbahnhof in knapp 25 Minuten. Autofahrer nutzen den Berliner Ring A10 sowie die Autobahn A115 über die Avus. Der Havelradweg führt direkt durch das Stadtgebiet und vernetzt Potsdam mit dem Umland.
Arbeit, Familie & Alltag
Potsdam ist ein gefragter Wohn- und Arbeitsort. Tausende Pendler bewegen sich täglich zwischen Potsdam und Berlin. Als Wissenschaftsstandort beherbergt die Stadt drei öffentliche Hochschulen, darunter die Universität Potsdam, sowie zahlreiche Forschungsinstitute der Max-Planck- und Fraunhofer-Gesellschaft. Die soziale Infrastruktur bietet ein dichtes Netz an Kitas, Grundschulen und Gymnasien. Die medizinische Versorgung sichern das Klinikum Ernst von Bergmann und das St. Josefs-Krankenhaus. Für den täglichen Einkauf stehen moderne Einkaufszentren an den Bahnhofspassagen sowie Wochenmärkte zur Verfügung.
Natur, Badeseen & Wanderwege
Das Potsdamer Stadtgebiet ist von einer weiten Seenlandschaft umgeben. Der Templiner See, der Tiefe See, der Jungfernsee und der Heilige See prägen das Stadtbild. Die Schwielowsee-Runde und Wege durch den Wildpark Potsdam bieten Routen für Wanderer und Radfahrer. Der Park Sanssouci und der Neue Garten verbinden gestaltete Gartenkunst mit alten Baumbeständen und Uferwegen.
Sehenswertes & Ausflugsziele
Das bekannteste Wahrzeichen ist Schloss Sanssouci mit seinen bepflanzten Weinbergterrassen. Ebenfalls im Park befinden sich das Neue Palais und das Chinesische Haus. Im Neuen Garten liegt das Schloss Cecilienhof, der Ort der Potsdamer Konferenz von 1945. Das Holländische Viertel beeindruckt mit 134 roten Backsteinhäusern im niederländischen Stil. Die Glienicker Brücke, bekannt als Agentenbrücke aus dem Kalten Krieg, verbindet Potsdam mit Berlin. Auf dem Telegrafenberg steht der Einsteinturm, ein Meisterwerk der expressionistischen Architektur. Im Museum Barberini am Alten Markt sind bedeutende Kunstausstellungen zu sehen.
Gastronomie-Empfehlungen
Die Potsdamer Gastronomie vereint preußische Tradition mit regionaler brandenburgischer Küche. Im Holländischen Viertel servieren kleine Cafés Poffertjes und Pannekoeken. Entlang der Brandenburger Straße finden sich traditionelle Gasthäuser, die frischen Havelzander, Spreewälder Gurken und märkische Wildgerichte anbieten. Lokale Brauhäuser an den Grachten und Seen schenken regional gebrautes Bier aus.
Jährliche Veranstaltungen & Feste
Jeden Sommer lockt die Potsdamer Schlössernacht Tausende Besucher in den beleuchteten Park Sanssouci. Das Tulpenfest im Holländischen Viertel zieht im Frühjahr Gäste aus der gesamten Region an. Im Winter verwandeln der Böhmische Weihnachtsmarkt in Babelsberg und der traditionelle Blauer Lichterglanz in der Innenstadt die historischen Plätze in stimmungsvolle Treffpunkte.
Söhne und Töchter des Ortes
Zu den prominenten Persönlichkeiten, die in Potsdam geboren wurden, gehört der Sprachwissenschaftler und Bildungsreformer Wilhelm von Humboldt, der 1767 hier zur Welt kam. Auch zahlreiche Baumeister, Künstler und Wissenschaftler prägten die Geschichte der Stadt über Jahrhunderte hinweg.
Anekdoten und Geschichten
Eine der bekanntesten Anekdoten dreht sich um Friedrich den Großen und den Müller von Sanssouci. Der Lärm der Historischen Mühle störte den König in seinem Schloss. Als Friedrich mit Enteignung drohte, entgegnete der Müller gelassen, dass es ja zum Glück noch das Kammergericht in Berlin gebe. Der König akzeptierte das Recht und ließ die Mühle stehen. Eine weitere Tradition ist das Ablegen von Kartoffeln auf dem Grab Friedrichs II. am Schloss Sanssouci, zum Dank für die Einführung der Knolle in Preußen durch den Kartoffelbefehl.
Mitbringsel und regionale Produkte
Beliebte Souvenirs sind Potsdamer Stangenkaffee, regionaler Honig aus den Imkereien des märkischen Umlands sowie Keramikarbeiten aus dem Holländischen Viertel. Auch Obstbrände aus dem Nahen Werder an der Havel und Produkte aus brandenburgischem Sanddorn gehören zu den typischen Mitbringseln.
Kehrseiten & Nachteile
Der hohe Beliebtheitsgrad von Potsdam hat seinen Preis. Der Wohnungsmarkt ist extrem angespannt, die Mieten und Immobilienpreise zählen zu den höchsten in Ostdeutschland. In den Sommermonaten sind die historischen Zentren und Parkanlagen stark von Touristen frequentiert. Zudem belastet der Durchgangsverkehr zu den Stoßzeiten die Ausfallstraßen Richtung Berlin und Werder.
Weitere Besonderheiten
Potsdam trägt als Heimat der UFA und der heutigen Studio Babelsberg den Titel einer UNESCO-Filmstadt. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in den Babelsberger Ateliers Filmklassiker von der Stummfilmzeit bis zu modernen Hollywood-Produktionen gedreht. Zudem gehören die Potsdamer Schlösser und Gärten seit 1990 zum UNESCO-Welterbe.

