Impressionen Beelitz

Das Denkmal würdigt den Beelitzer Glasermeister und Ackerbürger Carl Friedrich Wilhelm Herrmann, der im Jahr 1861 das Wagnis einging, erstmals ein weitgehend unbekanntes Gemüse feldmäßig anzubauen und damit das märkische Spargelimperium begründete. Die rund 50 Zentimeter hohe Bronzebüste des Pioniers wurde von dem renommierten Bildhauer und Karikaturisten Lutz Backes entworfen und naturnah modelliert. Sie zeigt Herrmann detailgetreu im historischen Sonntagsstaat mit Anzug und markantem Hut. Das Denkmal wurde am 18. April 2012 pünktlich zum damaligen Saisonauftakt der Beelitzer Spargelernte durch den Bürgermeister Bernhard Knuth und den Künstler feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Die Büste bereichert den neugestalteten unf begrünten Platzbereich direkt vor dem dortigen regionalen Verkaufspavillon. Ein historisches Dokument verweist zudem auf die enge Verbundenheit zum nahen historischen Lustgarten der Stadt. Zusammen mit dem Spargel-Brunnen und dem Spargelmuseum bildet das Herrmann-Denkmal ein wichtiges touristisches Bindeglied, um die agrarhistorische Identität der Spargelstadt Beelitz im heutigen brandenburgischen Stadtbild sichtbar zu machen.

Der stadtbildprägende, dreigeschossige Ziegelbau mit Mansardwalmdach wurde von dem Berliner Architekten Franz Zwick entworfen und im Jahr 1906 feierlich als neue Beelitzer Volksschule eingeweiht. Die Errichtung des modernen Schulkomplexes, der neben Klassenräumen bereits eine Aula, einen Turnsaal sowie eine Schuldienerwohnung umfasste, schlug damals mit der stattlichen Summe von 150.000 Mark zu Buche. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg, am 16. November 1913, fand auf dem Gelände vor dem roten Backsteinbau die feierliche Enthüllung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals statt. Im selben Jahr wurde der Schulhof durch den Zukauf von Flächen des Beelitzer Ackerbürgers Lindner erweitert. Zu DDR-Zeiten erhielt die Schule ihren heutigen Namen nach dem berühmten deutschen Pädagogen Friedrich Adolph Wilhelm Diesterweg, um dessen fortschrittliche Bildungsansätze und das Ideal einer einheitlichen Volksschule zu ehren. Nach einer umfassenden denkmalgerechten Sanierung Ende der 1990er Jahre investiert die Spargelstadt kontinuierlich in das historische Areal.

Das markante Gebäude mit dem preußischen Adler und Posthorn über dem Torbogen wurde im Jahr 1789 im Stil des spätbarocken Klassizismus erbaut. Bauherr war kein Geringerer als der damalige Beelitzer Bürgermeister und Postmeister Gottlieb Ferdinand Kaehne. Gelegen an der hochfrequentierten Handels- und Verkehrsstraße zwischen Berlin, dem Havelland und Leipzig, fungierte das Anwesen als königlich-preußische Postexpedition. Hier mussten Kutschen aus Berlin kommend das erste Mal auf der Strecke nach Leipzig die Pferde wechseln – zeitweise waren in den Stallungen bis zu 40 Pferde dafür untergebracht. Da der Posthalter nebenbei eine Gastwirtschaft und Pension betrieb, entwickelte sich die Station zu einem wichtigen Zwischenstopp für Reisende. Bedeutende Persönlichkeiten wie Goethe, Schiller, Bach und Heinrich von Kleist machten hier auf ihren Reisen Station, um zu verschnaufen oder zu übernachten. Bei den Restaurierungsarbeiten wurden im Gebäudeinneren wertvolle, historische Wandmalereien mit klassizistischen Motiven in mehreren Farbschichten freigelegt. Zudem zeugen noch heute die historischen Schriftzüge über den Innentüren von der alten Raumaufteilung in ein Expeditionszimmer und eine Passagierstube. Das historische Baudenkmal gilt als der einzige derart gut erhaltene preußische Postbau aus der Postkutschenzeit im heutigen Brandenburg. Heute beherbergen die sanierten Räume neben einem standesamtlichen Trausaal das Museum „Alte Posthalterei“, das mit historischen Briefstempeln, Uniformen und akustischen Hörstationen das preußische Postwesen lebendig macht.


Brunnen mit Papierschiffen im Beelitzer Lustgarten
Der Brunnen befindet sich direkt im neugestalteten Beelitzer Lustgarten, einer historischen, innerstädtischen Grünanlage. Der Wasserbrunnen wurde von dem Künstler José Nuevo gestaltet, welcher im Beelitzer Ortsteil Salzbrunn lebt und arbeitet. Die Skulptur wurde wie ein kleiner, stilisierter Flusslauf aus mehreren massiven Betonquadern modelliert. Auf den Wasserbahnen „schwimmen“ drei Schiffchen, die optisch exakt an gefaltete Papierschiffe erinnern. Die Realisierung des Brunnens im Jahr 2015 erfolgte als Teilprojekt im Rahmen des Programms zur städtebaulichen Altstadtsanierung von Beelitz und wurde maßgeblich über entsprechende Fördermittel kofinanziert. Neben seiner ästhetischen Bedeutung wurde die Anlage von Beginn an als interaktiver Trinkwasserbrunnen und Wasserspielplatz konzipiert, der insbesondere bei Familien und Kindern im Beelitzer Stadtzentrum großen Zuspruch findet.

Das Gebäude in der Trebbiner Straße zeugt von den dramatischen Befreiungskriegen. Im Frühjahr 1813 belagerten französische Truppen Napoleons die märkische Stadt Beelitz. Außerhalb der Stadt zogen verbündete russische Kosaken auf. Sie beschossen die in Beelitz einquartierten französischen Soldaten mit schwerer Artillerie. Eine der abgefeuerten gusseisernen Kanonenkugeln schlug direkt in die Fassade des märkischen Wohnhauses ein. Sie drang jedoch nicht vollständig durch das Mauerwerk, sondern blieb weithin sichtbar darin stecken. Anstatt das Kriegsüberbleibsel bei späteren Reparaturen zu entfernen, bewahrten die Eigentümer das Geschoss absichtlich im Mauerwerk. Es entwickelte sich zu einem historischen Mahnmal für die Leiden der Zivilbevölkerung während der napoleonischen Besatzungszeit. Das originale „Haus mit der Kanonenkugel“ gehört heute zu den bekanntesten historischen Sehenswürdigkeiten des Beelitzer Stadtkerns.

Das Beelitzer Rathaus befindet sich bereits seit 1563 am heutigen Standort direkt neben der mittelalterlichen Marienkirche. Wie viele Bauten der einstigen Ackerbürgerstadt fiel auch das ursprüngliche Rathaus im Laufe der Jahrhunderte verheerenden Stadtbränden zum Opfer, welche wiederholt weite Teile des historischen Stadtkerns vernichteten. Das Rathausgebäude in seiner heutigen Gestalt entstand im Jahr 1842 durch eine umfassende Rekonstruktion im Baustil des Klassizismus. Nach seiner Errichtung diente der Klinkerbau lange Zeit nicht nur der Stadtverwaltung, sondern wurde zeitweise auch als lokale Volkssparkasse genutzt. Bei einer grundlegenden Sanierung in den Jahren 1994/95 wurde das geschützte Baudenkmal baulich mit dem Nachbargebäude verbunden, einer ehemaligen Knabenschule des frühen 19. Jahrhunderts, um den heutigen Verwaltungssitz der Spargelstadt zu formieren.

Ein frühgotischer beziehungsweise spätromanischer Vorgängerbau aus Feldsteinquadern entstand bereits um 1220 bis 1250. Urkundlich wurde die Kirche erstmals im Jahr 1247 in einem bischöflichen Dokument erwähnt. Im Mai 1235 soll sich in der Kirche ein sogenanntes Blutwunder ereignet haben, bei dem sich eine Hostie rot färbte. Daraufhin entwickelte sich die Kirche zu einem bedeutenden regionalen Wallfahrtsort in der Mark Brandenburg. Für die Pilgerströme wurde im 14. Jahrhundert die markante, achteckige Wunderblutkapelle im Stil der Hochgotik an das Kirchenschiff angebaut. Um 1511 wurde der Sakralbau schließlich zu einer dreischiffigen Hallenkirche aus Backstein erweitert. Nachdem ein verheerender Stadtbrand im August 1703 weite Teile von Beelitz und das Kircheninnere zerstört hatte, schenkte der frisch gekrönte preußische König Friedrich I. der Gemeinde die barocke preußische Hofkanzel aus der Berliner Marienkirche, die dort bis heute besichtigt werden kann. Eine archäologische Kuriosität an den Außenwänden der denkmalgeschützten Kirche sind zugemauerte Spitzbogenfenster, die sich heute direkt im Sockelbereich oder knapp unter der Erde befinden. Das umliegende Geländeniveau stieg über die Jahrhunderte stetig an, weil der Bauschutt zahlreicher schwerer Stadtbrände rings um die Kirche angehäuft wurde.

Der Brunnen wurde im historischen Stadtkern der Spargelstadt errichtet und befindet sich direkt am Kirchplatz. Er fügt sich gestalterisch als zentraler Blickfang zwischen das Beelitzer Rathaus und die mittelalterliche Stadtpfarrkirche St. Marien ein. Entworfen und gestaltet wurde das Kunstwerk von dem renommierten Bildhauer, Zeichner und Karikaturisten Lutz Backes. Für seine Verdienste und seine Kunstwerke in der Region wurde der Künstler im Jahr 2023 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die bronzene Brunnenfigur wurde im Jahr 2016 feierlich enthüllt. Sie stellt eine Hommage an die jahrhundertealte Tradition dar, die im Jahr 1861 durch den märkischen Spargelpionier Carl Herrmann in der Region begründet wurde. Die Bronzefigur zeigt eine Spargelfrau bzw. Spargelstecherin in ihrer historisch typisch gebückten Arbeitshaltung. Das Denkmal fungiert damit als bleibendes, kulturhistorisches Symbol für die extrem harte Handarbeit der märkischen Saisonarbeitskräfte auf den Spargelfeldern. Der Spargel-Brunnen ist heute ein unverzichtbares Wahrzeichen und fester Bestandteil des denkmalgeschützten Beelitzer Altstadt-Ensembles. Er dient als beliebtes Fotomotiv für Touristen, die die märkische Spargelstraße bereisen oder das nahegelegene Beelitzer Spargelmuseum besuchen.

