Fakten, Flair & Geschichte: Beelitz
Inhalt
Namensgebung
Geschichtliches
Bezug zur historischen Mark Brandenburg
Aktuelle Einwohnerzahl sowie Zahlen & Fakten
Infrastruktur & Anreise
Arbeit, Familie & Alltag
Natur, Badeseen & Wanderwege
Sehenswertes & Ausflugsziele
Gastronomie-Empfehlungen
Jährliche Veranstaltungen & Feste
Söhne und Töchter des Ortes
Anekdoten und Geschichten
Mitbringsel und regionale Produkte
Kehrseiten & Nachteile
Weitere Besonderheiten
Inmitten von Kiefernwäldern und feinsandigen Feldern erstreckt sich Beelitz im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Die Spargelstadt liegt etwa 40 Kilometer südwestlich von Berlin und rund 20 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Potsdam. Flussläufe der Nieplitz durchziehen das flache Land und prägen das märkische Ortsbild.

Namensgebung
Der Stadtname leitet sich aus dem Altpolabischen ab. Das Wort Belizi geht auf die indogermanische Wurzel bel zurück, was weiß, hell oder glänzend bedeutet. Der Name bezieht sich vermutlich auf das helle Wasser der Nieplitz oder die lichten, sandigen Bodenerhebungen im Urstromtal. Aus dem slawischen Siedlungsnamen entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte die heutige Form Beelitz.
Geschichtliches
Kaiser Otto III. erwähnte den Ort im Jahr 997 erstmals urkundlich als Belizi. Im 13. Jahrhundert erhielt Beelitz das Stadtrecht und etablierte sich als feste Ackerbürgerstadt. Die Bürger lebten über Jahrhunderte von der Landwirtschaft, dem Tuchmachergewerbe und dem Handwerk. Die historische Eigenständigkeit blieb stets erhalten, ehe im Zuge der Gemeindereform im Jahr 2001 umliegende Dörfer wie Fichtenwalde, Elsholz und Zauchwitz nach Beelitz eingemeindet wurden.
Bezug zur historischen Mark Brandenburg
Als Teil der historischen Landschaft Zauche nahm Beelitz eine wichtige Position an den alten Handelswegen zwischen Leipzig und Berlin ein. Das märkische Handwerk und der Handel blühten an der Poststraße auf. Die Stadt erlebte die stürmischen Zeiten der Askanier und den Aufstieg der Hohenzollern hautnah mit.

Aktuelle Einwohnerzahl sowie Zahlen & Fakten
In der Kernstadt und den dazugehörigen zwölf Ortsteilen leben heute rund 14.000 Menschen. Die Gesamtfläche der Stadt umfasst etwa 180 Quadratkilometer. Beelitz liegt durchschnittlich 35 Meter über dem Meeresspiegel. Die Postleitzahl lautet 14547, die telefonische Vorwahl ist die 033204.
Infrastruktur & Anreise
Beelitz ist verkehrstechnisch optimal angebunden. Zwei Bahnhöfe bedienen das Stadtgebiet: Beelitz Stadt und Beelitz-Heilstätten. Der Regionalexpress RE7 verbindet den Ort umsteigefrei mit Dessau, Bad Belzig, Potsdam und dem Berliner Hauptbahnhof, den Pendlern in etwa 45 Minuten erreichen. Die Regionalbahn RB37 stellt Verbindungen Richtung Wannsee her. Autofahrer nutzen die direkte Anbindung an die Autobahn A9 mit der Anschlussstelle Beelitz sowie den nahen Berliner Ring A10. Die Bundesstraßen B2 und B246 kreuzen sich im Stadtgebiet. Radwanderer nutzen den Europaradweg R1, der direkt durch die Region führt.
Arbeit, Familie & Alltag
Das Wirtschaftsleben in Beelitz wird stark vom Spargelanbau, dem Tourismus, dem Handwerk und der Gesundheitswirtschaft geprägt. Die Kliniken in Beelitz-Heilstätten gehören zu den größten Arbeitgebern der Region. Für Familien stehen mehrere Kindertagesstätten, eine Grundschule, eine Oberschule sowie das Sally-Bein-Gymnasium zur Verfügung. Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf sind durch Supermärkte, Bäckereien und Fachgeschäfte im Stadtkern abgedeckt. Fachärzte und Apotheken sichern die medizinische Versorgung vor Ort.

Natur, Badeseen & Wanderwege
Die Stadt liegt eingebettet in den Naturpark Nuthe-Nieplitz. Feuchte Wiesen, Kiefernforste und die verästelte Flusslandschaft der Nieplitz bieten Lebensraum für Biber, Störche und seltene Vogelarten. Das Nieplitztal lädt zu ausgedehnten Wanderungen und Radtouren ein. Ein beliebtes Ziel im Sommer ist der Riebener See im Süden des Stadtgebiets oder der benachbarte Seddiner See, der saubere Badestellen bietet. Im Frühjahr duftet die Luft nach blühenden Obstbäumen, während im Hochsommer der herbe Geruch von Kiefernharz die Wälder erfüllt.
Sehenswertes & Ausflugsziele
Das bekannteste Ensemble außerhalb der Altstadt sind die Beelitz-Heilstätten. Die zwischen 1898 und 1930 errichteten Arbeiter-Lungenheilstätten bilden einen beeindruckenden Komplex aus Backsteinarchitektur im Wald. Auf dem Gelände führt der Baumkronenpfad Baumundzeit in luftiger Höhe über das Ruinendach des Alpenhauses. Im historischen Stadtkern prägt die spätgotische Stadtpfarrkirche St. Marien und St. Nikolai das Bild. Der alte Wasserturm, der heute als Aussichtspunkt dient, und die Postmeilensäule sind weitere markante Punkte. Das Gelände der ehemaligen Landesgartenschau von 2022 im Nieplitzpark lädt bis heute zum Flanieren ein. Für Familien ist der Spargel- und Erlebnishof Klaistow die erste Anlaufstelle.
Gastronomie-Empfehlungen
In Beelitz führt kein Weg am Spargelhof Winkelmann in Klaistow vorbei. Dort gibt es zur Saison frischen Beelitzer Spargel mit hausgemachter Sauce Hollandaise, wie er besser nicht schmecken kann.
Uriger geht es im Restaurant Zur alten Brauerei zu. In der Saison (April bis Juni) gibt es hier eine exzellente Auswahl an frischen Spargelgerichten. Danach stehen oft Wild-, Fisch- und Ente-Gerichte auf der Karte. Hinweis: Es ist sehr beliebt, daher ist eine Reservierung, besonders in der Spargelzeit, ratsam.
Überraschend ist das Lokal genial, welches ein echter Geheimtipp für Feinschmecker ist. Es kombiniert regionale Produkte mit einer modernen, an die klassische französische Küche angelehnten Zubereitung.

Jährliche Veranstaltungen & Feste
Das Highlight des Jahres ist das Beelitzer Spargelfest, das traditionell am ersten Juni-Wochenende stattfand und tausende Besucher in die Feststraßen lockt. Der Anstich des ersten Spargels im April markiert den Beginn der Erntesaison. Im Spätsommer folgt das Fest der Vereine, und im Advent verwandelt sich der historische Kirchplatz im Altstadtkern beim Beelitzer Weihnachtsmarkt in eine festlich erleuchtete Kulisse.
Söhne und Töchter des Ortes
Zu den bekannten Persönlichkeiten der Stadt zählt der Jurist und Notar Sally Jacobsohn, der im 19. Jahrhundert wirkte. Ebenfalls aus der Region stammt der Naturfilmer Götz Dieter Plage, der durch seine Tierdokumentationen weltweite Bekanntheit erlangte.
Anekdoten und Geschichten
Beelitz galt im Spätmittelalter als bedeutender Wallfahrtsort. Der Grund war das sogenannte Wunderblut von Beelitz. Nach einer Legende soll im Jahr 1247 eine Hostienschändung misslungen sein, woraufhin die Hostie zu bluten begann. Die daraufhin errichtete Wunderblutkapelle an der Stadtpfarrkirche zog über Jahrhunderte Scharen von Pilgern an, die Linderung von Krankheiten erhofften. Erst die Reformation beendete die Wallfahrten.
Mitbringsel und regionale Produkte
Das mit Abstand beliebteste Mitbringsel ist der Beelitzer Spargel, der frischest direkt ab Hof verkauft wird. Ergänzt wird das Sortiment durch frische Heidelbeeren im Sommer, hausgemachte Marmeladen, Spargelgeiste, regionalen Honig vom Imker sowie feldfrische Kartoffeln aus der Zauche.
Kehrseiten & Nachteile
Die Beliebtheit der Stadt bringt während der Spargelsaison von April bis Juni ein erhöhtes Verkehrsaufkommen mit sich. Auf den Zufahrtsstraßen und rund um die Erlebnishöfe kommt es an Wochenenden regelmäßig zu Staus. Die Immobilienpreise und Mieten sind im Zuge des Zuzugs aus Berlin und Potsdam in den letzten Jahren spürbar gestiegen, was Wohnraum für Einheimische verknappt.
Weitere Besonderheiten
Eine Besonderheit von Beelitz ist die Spezialisierung auf den Sonderkulturlandbau. Neben dem Spargel hat sich die Region in den vergangen Jahrzehnten zu einem der größten zusammenhängenden Heidelbeeranbaugebiete in Brandenburg entwickelt. Die sandigen Böden der Zauche bieten für diese Pflanzen ideale Wachstumsbedingungen.

