Ludwigsfelde Gröben
Inhalt
Namensgebung
Geschichtliches
Bezug zur historischen Mark Brandenburg
Aktuelle Einwohnerzahl sowie Zahlen & Fakten
Infrastruktur & Anreise
Arbeit, Familie & Alltag
Natur, Badeseen & Wanderwege
Sehenswertes & Ausflugsziele
Gastronomie-Empfehlungen
Jährliche Veranstaltungen & Feste
Söhne und Töchter des Ortes
Anekdoten und Geschichten
Mitbringsel und regionale Produkte
Kehrseiten & Nachteile
Weitere Besonderheiten
Am südwestlichen Rand des Teltow liegt das idyllische Dorf Gröben. Der Ortsteil der Stadt Ludwigsfelde befindet sich etwa 30 Kilometer südlich von Berlin und knapp 20 Kilometer südöstlich von Potsdam im Landkreis Teltow-Fläming.

Namensgebung
Der Name Gröben leitet sich vom slawischen Wort Grob ab, was so viel wie Graben oder Erdwall bedeutet. Die Bezeichnung nimmt Bezug auf die Lage an den künstlichen und natürlichen Wasserläufen der Nutheniederung. In den historischen Dokumenten taucht der Ort unter anderem als Groben oder Grobene auf.
Geschichtliches
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert aus dem 14. Jahrhundert, unter anderem im Landbuch Karls IV. aus dem Jahr 1375. Gröben bewahrte über die Jahrhunderte hinweg seine Struktur als märkisches Straßendorf. Die historische Eigenständigkeit endete am 31. Dezember 1997, als Gröben im Zuge der brandenburgischen Gemeindereform in die Stadt Ludwigsfelde eingegliedert wurde.
Bezug zur historischen Mark Brandenburg
Gröben ist eng mit der Adelsfamilie von Schlabrendorf verknüpft, die das hiesige Rittergut über Jahrhunderte prägte. Als Teil der historischen Landschaft Teltow lag der Ort im Herzen der märkischen Acker- und Flussebenen. Die enge Verzahnung von adliger Gutswirtschaft und bäuerlichem Leben steht beispielhaft für die märkische Historie.
Aktuelle Einwohnerzahl sowie Zahlen & Fakten
In Gröben leben aktuell rund 350 Menschen. Die Dorf- und Gemarkungsfläche umfasst knapp 6,9 Quadratkilometer. Die geografische Höhe beträgt im Durchschnitt 36 Meter über dem Meeresspiegel. Der Ort nutzt die Postleitzahl 14974 und die telefonische Vorwahl 03378.
Infrastruktur & Anreise
Gröben ist verkehrstechnisch gut an das Umland angebunden. Über die Landstraße erreicht man in wenigen Minuten die vierspurige Bundesstraße 101 sowie den Berliner Ring A10. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich im etwa sieben Kilometer entfernten Ludwigsfelde, von wo aus Regionalexpress-Züge im dichten Takt nach Berlin fahren. Der Nuthe-Nieplitz-Rundweg führt Radwanderer direkt durch den Ort.
Arbeit, Familie & Alltag
Der Ort ist heute überwiegend vom Wohnen und der Landwirtschaft geprägt. Viele Einwohner pendeln zur Arbeit nach Ludwigsfelde, Potsdamer Gewerbegebiete oder Berlin. Für Kleinkinder steht eine Kindertagesstätte zur Verfügung, während Schulen und umfassendere Einkaufsmöglichkeiten im nahegelegenen Ludwigsfelde oder Ahrensdorf genutzt werden. Auch die medizinische Versorgung wird über die Nachbarstädte abgedeckt.
Natur, Badeseen & Wanderwege
Gröben liegt eingebettet in den Naturpark Nuthe-Nieplitz. Die Landschaft ist von weitläufigen Feuchtwiesen, Kiefernwäldern und den Altwassern der Nuthe geprägt. Im Sommer blüht die Wiesenlandschaft leuchtend gelb und grün, während im Herbst der Duft von feuchtem Laub durch die Wälder zieht. Der Gröbener See sowie der nahe Siethener See bieten Möglichkeiten zum Wandern und Beobachten von Wasservögeln. Von Gröben aus führen beschilderte Wanderwege direkt in die Flussniederung.
Sehenswertes & Ausflugsziele
Das Zentrum des Dorfes bildet die Dorfkirche Gröben. Der Feldsteinbau aus dem Mittelalter wurde nach einem Brand 1908 im Jahr 1909 neu aufgebaut und beherbergt eine sehenswerte Ausmalung. Ein weiteres historisches Gebäude ist das ehemalige Gutshaus, ein klassizistischer Bau aus dem 18. Jahrhundert.

Gastronomie-Empfehlungen
In Gröben und den angrenzenden Nachbardörfern finden Besucher traditionelle Gasthäuser mit regionaler märkischer Küche. Serviert werden klassische Gerichte wie Wildbraten aus den umliegenden Jagdrevieren, frischer Zander oder Hecht aus den märkischen Gewässern sowie Beilagen mit regionalen Kartoffeln und Saisongemüse.
Der berühmte Gasthof Naase liegt direkt im Ort. Dort speisen Gäste gut bürgerlich.
Jährliche Veranstaltungen & Feste
Das Dorfleben wird von lokalen Vereinen getragen. Zu den jährlichen Höhepunkten zählen das traditionelle Osterfeuer, das Sommerfest auf dem Dorfanger sowie Veranstaltungen der Kirchengemeinde. Im Spätsommer zieht das Erntedankfest Einwohner und Gäste aus den umliegenden Ortsteilen an.
Söhne und Töchter des Ortes
Zu den prägenden Gestalten der Ortsgeschichte gehören Angehörige der Adelsfamilie von Schlabrendorf, wie etwa Johann Christian Siegmund von Schlabrendorf, die über Generationen die Geschicke des Gutes lenkten. Eine weltbekannte Einzelpersönlichkeit hat Gröben zwar nicht hervorgebracht, wohl aber bedeutende märkische Gutsherren.
Anekdoten und Geschichten
Eine besondere Berühmtheit erlangte Gröben durch das Gröbener Kirchenbuch. Es gilt als das älteste erhaltene Kirchenbuch der Mark Brandenburg und enthält lückenlose Aufzeichnungen ab dem Jahr 1575. Theodor Fontane widmete dem Dorf und seinen Kirchenbucheinträgen ein eigenes Kapitel in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg, in dem er die oft schurrenhaften Notizen der damaligen Pfarrer treffend beschrieb.
Mitbringsel und regionale Produkte
Typisch für die Region sind landwirtschaftliche Erzeugnisse direkt vom Erzeuger. Besucher nehmen gerne frischen Honig von lokalen Imkern oder saisonales Gemüse aus dem Umland mit. Auch handwerklich verarbeitete Produkte aus dem Naturpark Nuthe-Nieplitz sind beliebte Mitbringsel.
Kehrseiten & Nachteile
Aufgrund der überschaubaren Ortsgröße gibt es in Gröben keinen Supermarkt und keine eigene Apotheke. Der öffentliche Busverkehr fährt hauptsächlich im Schülerverkehr, was am Wochenende die Nutzung eines eigenen Autos oder Fahrrades erforderlich macht.
Weitere Besonderheiten
Gröben hat sich seinen ursprünglichen Dorfcharakter mit historischen Gehöften rund um den Dorfanger weitgehend bewahrt. Durch die direkte Nähe zur Nuthe ist das Dorf zudem ein beliebter Ausgangspunkt für Paddler und Naturbeobachter im Schutzgebiet.

