Fakten, Flair & Geschichte: Brandenburg an der Havel
Inhalt
Namensgebung
Geschichtliches
Bezug zur historischen Mark Brandenburg
Aktuelle Einwohnerzahl sowie Zahlen & Fakten
Infrastruktur & Anreise
Arbeit, Familie & Alltag
Natur, Badeseen & Wanderwege
Sehenswertes & Ausflugsziele
Gastronomie-Empfehlungen
Jährliche Veranstaltungen & Feste
Söhne und Töchter des Ortes
Anekdoten und Geschichten
Mitbringsel und regionale Produkte
Kehrseiten & Nachteile
Weitere Besonderheiten
Brandenburg an der Havel: Wiege und Herzstück der Mark
Die Wiege der Mark liegt am breiten Band der Havel. Brandenburg an der Havel erstreckt sich rund 60 Kilometer westlich von Berlin und etwa 30 Kilometer nordwestlich von Potsdam. Die flächengrößte kreisfreie Stadt des Landes Brandenburg vereint historisches Erbe mit einer weitverzweigten Fluss- und Seenlandschaft.

Namensgebung
Der Name der Stadt geht auf die slawische Bezeichnung Brennaburg zurück. Sprachwissenschaftler führen den Namen auf das altpolabische Wort bren zurück, was so viel wie Schlamm oder Sumpf bedeutet. Eine alternative Deutung sieht die Wurzel im germanischen Brand, was auf Brandrodung hinweist. Aus der slawischen Burgstelle entstand schrittweise der heutige Name Brandenburg.
Geschichtliches
Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 948 im Zusammenhang mit der Gründung des Bistums Brandenburg durch Kaiser Otto I. Eine Besonderheit der Stadtgeschichte liegt in der langen historischen Eigenständigkeit zweier Kerne. Altstadt und Neustadt entwickelten sich über Jahrhunderte als zwei rechtlich getrennte Städte mit eigenen Maßen, Münzen, Räten und Stadtmauern. Erst im Jahr 1715 vereinigte der preußische König Friedrich Wilhelm I. die beiden rivalisierenden Kommunen per Dekret zu einer gemeinsamen Stadt.
Bezug zur historischen Mark Brandenburg
Brandenburg an der Havel gab dem gesamten Land und der historischen Mark ihren Namen. Als Albrechts der Bär im Jahr 1157 die Brennaburg endgültig einnahm, begründete er die Markgrafschaft Brandenburg. Die Dominsel bildete das geistliche Zentrum der Region. Bis heute gilt die Stadt als die historische Mutterstadt des Landes.
Aktuelle Einwohnerzahl sowie Zahlen & Fakten
In der kreisfreien Stadt leben derzeit rund 74.000 Menschen. Mit einer Gesamtfläche von knapp 230 Quadratkilometern bietet die Stadt viel Raum für Natur und Wasserläufe. Die durchschnittliche Höhe liegt bei 32 Metern über dem Meeresspiegel. Das Postleitzahlengebiet umfasst die Bereiche von 14770 bis 14776, die telefonische Festnetzvorwahl lautet 03381.

Infrastruktur & Anreise
Die verkehrliche Anbindung ist hervorragend ausgebaut. Über den Hauptbahnhof Brandenburg ist die Stadt an die Eisenbahnstrecke Berlin-Magdeburg angeschlossen. Der Regionalexpress RE1 verbindet die Stadt im halbstündigen Takt direkt mit Potsdam und dem Berliner Hauptbahnhof, den man in etwa 45 Minuten erreicht. Für den Autoverkehr bildet die Bundesstraße 1, die direkt durch das Stadtgebiet führt, die zentrale Ost-West-Achse. Südlich der Stadt verläuft die Bundesautobahn A2 mit den Anschlussstellen Brandenburg und Netzen. Wasserwanderer nutzen die verknüpften Flussarme der Havel, während Radfahrer auf dem Havelradweg durch das Stadtgebiet rollen.
Arbeit, Familie & Alltag
Die Wirtschaft der Stadt ruht auf mehreren Sälen. Neben dem Metallverarbeitungszentrum und dem Elektrostahlwerk prägen der Maschinenbau, die Medizintechnik, der öffentliche Dienst sowie die Fachhochschule Brandenburg den Arbeitsmarkt. Als Oberzentrum bietet die Stadt eine lückenlose Infrastruktur. Zahlreiche Kitas, Grundschulen, Gymnasien und Förderschulen versorgen die Familien. Das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel stellt die medizinische Schwerpunktversorgung für die gesamte Region sicher. Einkaufsmöglichkeiten reichen von den Geschäftspassagen in der Hauptstraße bis zu den Einkaufszentren am Stadtrand.
Natur, Badeseen & Wanderwege
Das Stadtgebiet wird zu fast einem Fünftel von Wasser bedeckt. Die Havel verzweigt sich im Stadtgebiet in zahlreiche Kanäle, Altarme und Nebenflüsse. Umgeben ist Brandenburg an der Havel von einer Kette großer Seen. Der Beetzsee erstreckt sich weit nach Nordosten, während der Plauer See, der Breitlingsee und der Mösersche See im Westen ein zusammenhängendes Wassersportrevier bilden. Kiefern- und Mischwälder umrahmen das Stadtgebiet. Wanderer schätzen den Weg auf den Marienberg, der als höchste Erhebung im Stadtzentrum einen weiten Blick über das Havelland bietet. Im Sommer weht der Duft von frischem Schilf und feuchtem Gras durch die Flussniederungen.
Sehenswertes & Ausflugsziele
Das markanteste Wahrzeichen ist der Dom St. Peter und Paul auf der Dominsel. Der mächtige Backsteinbau verbindet Romanik und Gotik und beherbergt eine bedeutende historische Orgel von Joachim Wagner. In der Altstadt prägt die Gotische St. Gotthardtkirche das Bild, während in der Neustadt die Kirche St. Katharinen als Meisterwerk der norddeutschen Backsteingotik herausragt. Das Altstädtische Rathaus mit der Rolandstatue vor dem Portal zeugt vom mittelalterlichen Selbstbewusstsein der Bürger. Auch die gut erhaltenen Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit ihren Steintoren ziehen Besucher an. Das Archäologische Landesmuseum im ehemaligen Paulikloster zeigt Exponate aus 130.000 Jahren Menschheitsgeschichte.

Gastronomie-Empfehlungen
Die Gastronomie an den Ufern der Havel zeigt sich bodenständig und maritim. In den Restaurants entlang der Jahrtausendbrücke und am Salzhofufer stehen fangfrische Süßwasserfische im Mittelpunkt. Zander, Hecht und Havelaal werden nach traditionellen Rezepten zubereitet. Dazu servieren die Gastwirte märkische Kartoffelspezialitäten und regionalen Spargel aus dem nahegelegenen Umland. In den Sommermonaten sitzen die Gäste direkt am Wasser und beobachten das Treiben der Ausflugsschiffe.
Richtung Dominsel lädt das Restaurant „Weidelounge“ zu einem kurzen Verweilen ein. Hier kannst du neben einem Hauptgericht, einem Cocktail oder einem frischen Tee die Aussicht auf die Havel genießen. Eine Tisch-Reservierung ist sehr empfehlenswert.
Eine weitere Top-Adresse ist das Restaurant „Ratskeller“, direkt am alten Rathaus. Hier gibt es neben märkischer Hausmannskost auch ausgefallene Spezialitäten wie Känguru-Fleisch. Auch hier ist eine Tisch-Reservierung sehr empfehlenswert.
Direkt an der Jahrtausendbrücke findet man einige Cafés. Mit einem frischen Kaffee direkt am Havelufer lässt es sich hervorragend verweilen.
Jährliche Veranstaltungen & Feste
Das kulturelle Leben wird maßgeblich durch das Wasser geprägt. Das größte Volksfest der Stadt ist das Havelfest im Frühsommer, bei dem sich die Uferpromenaden in eine große Festmeile mit Live-Musik und Drachenbootrennen verwandeln. Sportlich zieht die Regattastrecke auf dem Beetzsee internationale Kanu- und Ruderwettkämpfe an. Im Herbst finden in den historischen Kirchen regelmäßig Konzerte im Rahmen des Orgelsommers statt.
Söhne und Töchter des Ortes
Der berühmteste Sohn der Stadt ist der Humorist Vicco von Bülow, bekannt unter seinem Künstlernamen Loriot. Er wurde 1923 in Brandenburg an der Havel geboren und blieb seiner Geburtsstadt zeitlebens verbunden. Auch der romantische Maler und Zeichner Friedrich August von Klinkowström erblickte hier das Licht der Welt.
Anekdoten und Geschichten
Eine der Schmunzelgeschichten der jüngeren Stadtgeschichte ist eng mit Loriot verknüpft. Zu Ehren des großen Humoristen wurden im gesamten Stadtgebiet lebensgroße Bronzefiguren der von ihm erfundenen Waldmöpse aufgestellt. Diese Fabelwesen mit kleinen Mopsgeweihen stehen heute versteckt an Parkbänken, Häuserecken und Uferwegen. Ein Spaziergang durch die Stadt verwandelt sich dadurch für viele Besucher in eine humorvolle Suche nach den skurrilen Figuren.

Mitbringsel und regionale Produkte
Ein beliebtes Souvenir aus Brandenburg an der Havel ist die klassische Fritze-Bollmann-Figur oder Produkte, die dem lokalen Original gewidmet sind. Fritze Bollmann war ein Barbier aus der Stadt, über den ein bekanntes Spottlied gedichtet wurde. Kulinarisch greifen Besucher zu regionalen Fischkonserven, märkischen Obstbränden oder kleinen handgefertigten Skulpturen der berühmten Waldmöpse.
Kehrseiten & Nachteile
Die Lage am Wasser bringt auch Herausforderungen mit sich. In feuchten Sommern kann die Mückenplage in den wassernahen Stadtteilen spürbar werden. Die Trennung des Stadtgebiets durch die verschiedenen Havelarme und Kanäle führt zudem an den wenigen Brückennadelöhren im Berufsverkehr regelmäßig zu Staus. Einige Stadtteile am Rand weisen zudem noch sanierungsbedürftige Bausubstanz aus den Zeiten der DDR-Plattenbauarchitektur auf.
Weitere Besonderheiten
Brandenburg an der Havel besitzt ein Straßenbahnnetz, das seit über hundert Jahren das Stadtbild prägt. Die Bahn fährt über historische Brücken und verbindet die unterschiedlichen Stadtteile auf Schienen. Eine weitere Besonderheit ist das Fahrgastschiff-Netz, das es ermöglicht, die gesamte Stadt ohne Auto ausschließlich auf dem Wasserweg zu erkunden.

