Impressionen Werneuchen

Rathaus Werneuchen
Das heutige Rathausgebäude am Marktplatz wurde ursprünglich im Jahr 1897 gar nicht als Amtssitz, sondern als wichtiger Ausspannpunkt für Pferdefuhrwerke und Kutschen an der historischen Chaussee nach Berlin errichtet. Die Gemeindeverwaltung kaufte das Areal mitsamt der Immobilie auf und weihte das Gebäude im Jahr 1924 offiziell als neues Rathaus ein. Der zweigeschossige Bau besticht durch seine charakteristische märkische Backsteinoptik der späten Gründerzeit und steht als Teil des Ensembles rund um den Werneuchener Marktplatz unter Denkmalschutz. Die Etablierung eines festen Rathausgebäudes festigte die Verwaltung der Gemeinde, nachdem Werneuchen im Jahr 1865, nach einem langen Bedeutungsverlust in der Frühen Neuzeit, erneut die Stadtrechte verliehen bekommen hatte. Ab dem Jahr 2010 wurde die historische Fassade des Klinkerbaus umfassend und originalgetreu restauriert, um das Gebäude für das Bürgerbüro und die regionale Touristinformation nutzbar zu machen.
Stadtschloss Werneuchen
Der prachtvolle Bau entstand im Jahr 1913 anstelle einer alten, einstigen Poststation direkt am Ufer des Krummen Sees. : Finanziert vom Berliner Industriepionier Robert Stock (Begründer der Deutschen Telefonwerke), ließ dessen Schwiegersohn Hans Müller den zweigeschossigen Repräsentationsbau im historisierenden Stil der englischen Tudorgotik mit charakteristischen Zinnen und Türmen errichten. Während des Nationalsozialismus verlor die Familie Müller das Anwesen; das Schloss diente daraufhin unter anderem als Landfrauenschule für die Reichsnährstand-Reisbauernschaft. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Bodenreform wurde der Bau zunächst zu Wohnzwecken und später über Jahrzehnte als Internat und Sonderschule genutzt, bevor ab Mitte der 1975er Jahre ein langer Verfall einsetzte. Nach dem Mauerfall stand das Schloss lange leer und war zeitweise sogar als Amtssitz für den Bundespräsidenten im Gespräch, bis private Investoren die weiße Schlossfassade, das Dach und die Fenster aufwendig sanieren ließen.
Stadtpfarrkirche St. Michael
Ein Pfarrer der ursprünglichen Vorgängerkirche wurde im Jahr 1247 erstmals urkundlich erwähnt. Der neugotische Backsteinbau entstand 1873 bis 1875, integrierte jedoch den spätromanischen Feldsteinchor des 13. Jahrhunderts sowie ein Netzgewölbe des 16. Jahrhunderts. Der Dichterpfarrer Friedrich Wilhelm August Schmidt („Schmidt von Werneuchen„) wirkte hier und wurde später von Theodor Fontane in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg verewigt. Der berüchtigte märkische Seriendieb Jacob Neumann brach 1720 in die Kirche ein und stahl wertvolle Altardecken und Sakralgewänder. Im Herbst 1989 wurde die St. Michael Kirche zu einem zentralen Versammlungsort für die friedlichen Bürgerproteste gegen das SED-Regime.
Typische märkische Bauweise
Feldsteinbauten und Natursteinmauern prägen seit dem 19.Jahrhundert die Altstädte. Meist genutzt als Scheunen, Ställe oder Einfriedungen. Schmale Gassen führen zu den nahegelegenen Feldern oder Wirtschaftshöfen. Meist stehen solche imposanten Gebäude unter Denkmalschutz.
Alte Remise
Das im Kern historische märkische Wirtschaftsgebäude diente ursprünglich als Unterstellplatz für Fuhrwerke, Kutschen, Ackergeräte und landwirtschaftliche Vorräte. Im Zuge der umfassenden, staatlich geförderten Stadtkernsanierung von Werneuchen wurde das sanierungsbedürftige und leerstehende Nebengebäude vor dem endgültigen Verfall gerettet und denkmalgerecht modernisiert, es erhielt eine eigene historische Infostele, um Besuchern der Stadt die Bedeutung und den Wandel der alten märkischen Wirtschaftsarchitektur direkt vor Ort zu vermitteln. Die ehemalige Remise dient heute als moderner Tagungs- und Sitzungsort für kommunalpolitische Gremien; unter anderem hält hier regelmäßig der Hauptausschuss der Stadt Werneuchen seine Sitzungen ab. Im Februar 2024 wurde das Gebäude einer neuen, sozialen Nutzung übergeben: Es dient seither als offizielle Anlaufstelle der „Agentur Ehrenamt Werneuchen“ sowie als Sprechzeitenbüro für den Ortsvorsteher.
Flugplatz Werneuchen
Die Wehrmacht kaufte ab 1935 Land auf, woraufhin der Fliegerhorst am 27. November 1937 offiziell in Betrieb genommen wurde. Der Platz beherbergte die renommierte Jagdfliegerschule 1 (später Jagdgeschwader 101) und entwickelte sich zu einem hochmodernen militärischen Vorzeigeobjekt. Während des Krieges diente der unzerstörte Platz als wichtige Erprobungsstelle für innovative Nachtjagdverfahren und Radartechnologien. Nach der Besetzung 1945 nutzte die Rote Armee das Areal bis 1993 als Frontflugplatz für Abfangjäger und Hubschrauber; 1957 landete hier sogar der sowjetische Parteichef Nikita Chruschtschow. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen wurde das Gelände 1993 übergeben und fungiert heute als Sonderlandeplatz für die zivile Luftfahrt (vor allem Ultraleichtflieger) sowie als Gewerbegebiet.
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