Fakten, Flair & Geschichte: Werneuchen

Inhalt

Namensgebung
Geschichtliches
Bezug zur historischen Mark Brandenburg
Aktuelle Einwohnerzahl sowie Zahlen & Fakten
Infrastruktur & Anreise
Arbeit, Familie & Alltag
Natur, Badeseen & Wanderwege
Sehenswertes & Ausflugsziele
Gastronomie-Empfehlungen
Jährliche Veranstaltungen & Feste
Söhne und Töchter des Ortes
Anekdoten und Geschichten
Mitbringsel und regionale Produkte
Kehrseiten & Nachteile
Weitere Besonderheiten

Werneuchen – Zwischen märkischer Weite und Berliner Stadtrand

Knapp 30 Kilometer nordöstlich des Berliner Stadtzentrums öffnet sich die weite Landschaft des Barnim. Werneuchen liegt direkt an der Entwicklungsachse zur polnischen Grenze und ist nur etwa 45 Kilometer von Potsdam entfernt. Die kleine Stadt verbindet märkische Beschaulichkeit mit einer schnellen Anbindung an die Bundeshauptstadt.

Rathaus Werneuchen

Namensgebung
Der Name Werneuchen geht auf die altslawische Bezeichnung Warnow zurück. Das Wort bedeutet übersetzt so viel wie Wachturm, Feste oder befestigter Ort. Die frühesten Siedler nutzten die strategisch günstige Lage an den Wasserläufen der Stienitz zur Errichtung einer ersten Schutzanlage. Über Abwandlungen wie Wernow und Wernöwchen entstand die heutige Ortsbezeichnung.

Geschichtliches
Die erste schriftliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1247, als ein Pfarrer Johann de Warnowe als Zeuge auf zwei Urkunden unterzeichnete. Bereits im Jahr 1300 wurde Werneuchen als festes Oppidum geführt. Über die Jahrhunderte behauptete der Ort seine historische Eigenständigkeit als Ackerbürgerstadt und wichtiger Handelspunkt an den Verkehrswegen zwischen Magdeburg, Pommern und Schlesien. Im Jahr 1670 wurden Werneuchen die offiziellen Stadtrechte verbrieft.

Bezug zur historischen Mark Brandenburg
Werneuchen teilt die wechselvolle Geschichte des Barnim. Als Grenz- und Passagierort erlebte die Stadt Durchmärsche, Zerstörungen im Hussitenkrieg 1432 und Verheerungen im Dreißigjährigen Krieg. Sie wuchs jedoch in der preußischen Zeit durch den Ausbau der Chausseen zu einer wichtigen Post- und Raststation auf dem Weg nach Osten heran.

Aktuelle Einwohnerzahl sowie Zahlen & Fakten
In Werneuchen und den dazugehörigen Ortsteilen wie Seefeld, Weesow, Krummensee, Hirschfelde, Schönfeld, Tiefensee und Löhme leben heute rund 9.700 Menschen. Die Stadt erstreckt sich über eine Fläche von gut 117 Quadratkilometern im Landkreis Barnim. Die Postleitzahl lautet 16356, die telefonische Vorwahl ist die 033398.

St. Michael Kirche

Infrastruktur & Anreise
Die verkehrstechnische Erschließung ist eng mit dem Berliner Raum verzahnt. Der Bahnhof Werneuchen bildet den Endpunkt der Regionalbahnlinie RB25. Die Züge der Niederbarnimer Eisenbahn fahren im Stundentakt direkt zum Bahnhof Berlin-Ostkreuz, den man in etwa 35 Minuten erreicht. Für Autofahrer ist die Bundesstraße 158 die zentrale Lebensader, die den Ort direkt mit dem Berliner Ring A10 verbindet. Radfahrer nutzen gut ausgebaute Wege durch die Barnimer Feldmark.

Arbeit, Familie & Alltag
Werneuchen ist ein geschätzter Wohnort für Pendler, die in Berlin oder in den umliegenden Gewerbegebieten arbeiten. Vor Ort prägen Handwerk, Landwirtschaft, Nahrungsmittelverarbeitung und Gewerbeparks die lokale Wirtschaft. Mehrere Kindertagesstätten in den Ortsteilen sowie eine Grundschule und eine Gesamtschule stellen die schulische Infrastruktur sicher. Supermärkte, Bäckereien, Apotheken und Allgemeinärzte sichern die Nahversorgung direkt im Stadtgebiet ab.

Natur, Badeseen & Wanderwege
Die Landschaft um Werneuchen wird durch die Eiszeit geprägt. Im Norden erstreckt sich der Gamengrund mit der tiefen Rinnenlandschaft des Gamensees, der im Sommer ein beliebtes Ziel für Schwimmer ist. Ein weiteres Naturhighlight ist das Naturschutzgebiet Weesower Luch, das als größtes zusammenhängendes Niedermoor im Barnim gilt. Wanderer nutzen die Wege durch die Barnimer Feldmark, wo frische Landluft, weite Felder und lichte Kiefernwälder das Landschaftsbild bestimmen.

Sehenswert & Ausflugsziele
Das Herzstück des Zentrums ist die Stadtkirche St. Michael auf dem Kirchplatz, deren Wurzeln im Mittelalter liegen und die im 19. Jahrhundert nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel umgebaut wurde. Ein weiteres Ausflugsziel ist der Gutspark Hirschfelde mit seinen historischen Parkstrukturen und dem charakteristischen Bronzehirschen. Im Ortsteil Weesow steht zudem ein markanter historischer Radarturm.

werneuchen
Alte Remise

Gastronomie-Empfehlungen
In den Gaststätten Werneuchens und der Ortsteile dominiert die bodenständige märkische Küche. In den Landgasthöfen stehen Gerichte wie Wildbraten aus den Barnimer Wäldern, frischer Zander oder saisonale Pilz- und Spargelspezialitäten auf der Karte. Kleine Cafés im Stadtgebiet bieten hausgemachten Kuchen und Kaffee für Ausflügler an. Mitten im Zentrum liegt „Der Backladen Café & Imbiss“. Neben Imbiss-Speisen werden dort aller Hand Backwaren angeboten. Besonders die XXL-Pfannkuchen waren ein Highlight des Besuchs bei Groß und besonders bei Klein.

Jährliche Veranstaltungen & Feste
Das kulturelle Leben wird durch die Vereine und Ortsteile getragen. Zu den jährlichen Highlights gehören das Werneuchener Parkfest, traditionelle Osterfeuer und das Maibaumaufstellen in den Ortsteilen. Im Spätsommer feiern die Bewohner Erntedankfeste, während in der Weihnachtszeit Märkte rund um die Kirche und in den Gutshöfen Besucher anziehen.

Söhne und Töchter des Ortes
Zu den prägenden Persönlichkeiten zählt der 1756 in Werneuchen geborene Astronom und spätere Potsdamer Superintendent Christian Gottlieb Friedrich Stöwe. Zudem erblickte der spätere Bundeswehr-Brigadegeneral Christian Westphal 1953 in der Stadt das Licht der Welt.

Anekdoten und Geschichten
Eng verbunden mit Werneuchen ist der Name des Dichterpfarrers Friedrich Wilhelm August Schmidt, genannt Schmidt von Werneuchen. Er wirkte von 1795 bis 1838 als Seelsorger im Ort und schrieb ländliche Gedichte. Seine volksnahen Verse brachten ihm scherzhafte Kritik von Zeitgenossen wie Johann Wolfgang von Goethe und Theodor Fontane ein, was den Pfarrer und seinen Wirkungsort jedoch erst recht in ganz Deutschland bekannt machte.

werneuchen
Märkische Bauweise

Mitbringsel und regionale Produkte
Wer Werneuchen besucht, nimmt bevorzugt Produkte direkt vom Feld mit. Dazu zählen regional erzeugter Honig von lokalen Imkern sowie frisches Obst, Säfte und Gemüse aus den Hofläden der umliegenden Ortsteile. Auch handwerkliche Erzeugnisse und Obstweine aus der märkischen Nachbarschaft sind beliebte Souvenirs.

Kehrseiten & Nachteile
Das Wachstum der Stadt bringt Herausforderungen mit sich. Der zunehmende Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße 158 sorgt in den Stoßzeiten für Lärm und Staus im Zentrum. Zudem stoßen die Kapazitäten in den Schulen und Kitas durch den stetigen Zuzug von Familien streckenweise an ihre Grenzen.

Weitere Besonderheiten
Werneuchen besitzt eine lange Tradition in der Luftfahrt und im Motorsport. Der Flugplatz Werneuchen wurde bereits vor dem Zweiten Weltkrieg angelegt und später militärisch genutzt. Heute dient das Areal der zivilen Luftfahrt sowie als Veranstaltungsort und Testgelände. Zudem betreibt der ADAC auf dem Gelände ein großes Fahrsicherheitszentrum.

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