Fakten, Flair & Geschichte: Ludwigsfelde

Inhalt

Namensgebung
Geschichtliches
Bezug zur historischen Mark Brandenburg
Aktuelle Einwohnerzahl sowie Zahlen & Fakten
Infrastruktur & Anreise
Arbeit, Familie & Alltag
Natur, Badeseen & Wanderwege
Sehenswertes & Ausflugsziele
Gastronomie-Empfehlungen
Jährliche Veranstaltungen & Feste
Söhne und Töchter des Ortes
Anekdoten und Geschichten
Mitbringsel und regionale Produkte
Kehrseiten & Nachteile
Weitere Besonderheiten

Direkt an der südlichen Stadtgrenze Berlins liegt Ludwigsfelde. Die mittlere impulsiv gewachsene Industriestadt im Landkreis Teltow-Fläming befindet sich knapp 15 Kilometer südlich des Berliner Bezirks Steglitz-Zehlendorf und rund 20 Kilometer östlich der Landeshauptstadt Potsdam. Das Stadtbild verbindet moderne Industrieareale mit grünen Wohnquartieren.

ludwigsfelde
Rathaus und der Marktplatz (im Rathaus ist auch die Bibliothek)

Namensgebung
Der Name Ludwigsfelde geht auf den preußischen Hauptmann Ernst Ludwig von Woldeck zurück. Unter König Friedrich II. wurde das märkische Land im 18. Jahrhundert besiedelt. Woldeck ließ an dieser Stelle ab 1750 eine kleine Kolonie errichten, die nach seinem zweiten Vornamen benannt wurde.

Geschichtliches
Im Vergleich zu den uralten märkischen Nachbardörfern ist Ludwigsfelde eine junge Stadt. Die Gründung als kleine Kolonie erfolgte im Jahr 1750, die offizielle Ersterwähnung fiel in die Zeit der friederizianischen Binnenkolonisation. Über fast zwei Jahrhunderte blieb der Ort ein beschauliches Dorf. Der Wandel zur Industriestadt begann 1936 mit dem Bau des Flugmotorenwerks der Daimler-Benz AG. Nach dem Zweiten Weltkrieg prägte die LKW-Produktion im VEB Automobilwerk Ludwigsfelde die Entwicklung. Am 18. Juli 1965 erhielt die stark gewachsene Gemeinde schließlich das Stadtrecht.

Bezug zur historischen Mark Brandenburg
Ludwigsfelde liegt auf der historischen Hochfläche des Teltow. Während das historische Kerngebiet der Mark Brandenburg von mittelalterlichen Feldsteinkirchen und alten Adelssitzen geprägt ist, steht Ludwigsfelde exemplarisch für den späten Wandel der Region von der Agrarlandschaft zum modernen Industriestandort vor den Toren Berlins.

Aktuelle Einwohnerzahl sowie Zahlen & Fakten
In der Stadt Ludwigsfelde leben heute rund 29.000 Menschen. Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Fläche von etwa 109 Quadratkilometern. Die Postleitzahl lautet 14974, die telefonische Vorwahl ist die 03378. Ludwigsfelde liegt auf einer Höhe von 43 Metern über dem Meeresspiegel.

ludwigsfelde
Ludwig Arkaden

Infrastruktur & Anreise
Die Stadt ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt im Süden Berlins. Der Bahnhof Ludwigsfelde sowie der Haltepunkt Ludwigsfelde-Struveshof binden die Stadt an den Regionalverkehr an. Die Linien RE7 und RB17 verbinden den Ort direkt mit Berlin, Potsdam und dem Flughafen BER. Autofahrer erreichen das Stadtgebiet über den Berliner Ring A10 mit den Anschlussstellen Ludwigsfelde-Ost und Ludwigsfelde-West sowie über die vierspurig ausgebildete Bundesstraße 101.

Arbeit, Familie & Alltag
Ludwigsfelde ist ein wirtschaftliches Kraftzentrum der Region. Große Arbeitgeber aus der Automobilindustrie, der Logistik und der Luftfahrttechnik wie Mercedes-Benz oder MTU Aero Engines prägen den Standort. Die Stadt bietet zahlreiche Kitas, Grundschulen sowie weiterführende Schulen wie das Marie-Curie-Gymnasium. Das Evangelische Krankenhaus sichert die medizinische Versorgung ab. Einkaufszentren, Fachmärkte und die Fußgängerzone in der Potsdamer Straße bieten umfassende Möglichkeiten für den Alltag.

Natur, Badeseen & Wanderwege
Trotz der industriellen Prägung ist das Umland reich an Natur. Im Süden erstrecken sich die Ausläufer des Naturparks Nuthe-Nieplitz. Die Niederungen der Nuthe laden zu ausgedehnten Rad- und Fußwanderungen ein. Zu den beliebten Naherholungszielen gehört der Pechsee sowie das Waldgebiet rund um die Ahrensdorfer Heide. Kiefernduft erfüllt an warmen Sommertagen die trockenen Sandböden der märkischen Wälder.

Sehenswertes & Ausflugsziele
Das markanteste Ausflugsziel der Stadt ist die Kristall-Therme Ludwigsfelde, ein weit bekanntes Thermal- und Saunabad. Technikhistorisch Interessierte besuchen das Stadt- und Technikmuseum im alten Bahnhofsgebäude, das die Geschichte des LKW-Baus und der Luftfahrtindustrie dokumentiert. Das Schloss Genshagen im gleichnamigen Ortsteil bietet mit seinem Schlosspark ein kulturelles Highlight im ländlich geprägten Umland.

St.-Michael-Kirche im Stadtgebiet

Gastronomie-Empfehlungen
Die Gastronomie in Ludwigsfelde ist vielseitig aufgestellt. Neben internationaler Küche in der Innenstadt bieten Traditionsgasthäuser in den eingemeindeten Ortsteilen wie Genshagen, Löwenbruch oder Kerzendorf klassische märkische Hausmannskost. Wildgerichte aus den heimischen Revieren und frischer Fisch aus den umliegenden Gewässern stehen dort regelmäßig auf den Speisekarten.
Wenn der Hunger kommt, ist das Restaurant „Zum Löwen“ im Ortsteil Löwenbruch zu empfehlen. Das Lokal bietet ehrliche, märkische Küche ohne Schnörkel. Die Atmosphäre ist rustikal, der Service herzlich und das Bier kommt frisch gezapft aus der Region. Sonntags solltet ihr unbedingt vorab reservieren, da die Plätze bei Familien heiß begehrt sind.
Ein besonderes Highlight befindet sich ein wenig weiter im Ortsteil Groß-Schulzendorf. Hier ist der „Alter Dorfkrug“ der mit seinem historischen Gebäude, dem Ambiente innen und dem bodenständigen Speisen zu überzeugen vermag. Eine Reservierung ist hier fast schon Pflicht. Das Schnitzel wird häufig empfohlen

Jährliche Veranstaltungen & Feste
Das kulturelle Leben der Stadt wird von traditionellen Festen geprägt. Das jährliche Brückenfest zieht zahlreiche Besucher aus der Region an. Auch das Sommerfest im Freibad und der stimmungsvolle Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz gehören zu den festen Terminen im Kalender. Motorsportfans und Oldtimerfreunde kommen bei Treffen historischer Nutzfahrzeuge auf ihre Kosten.

Söhne und Töchter des Ortes
Durch das vergleichsweise junge Alter der Stadt wird die Geschichte weniger von einzelnen historischen Persönlichkeiten geprägt als vielmehr von der kollektiven Leistung der Arbeiterschaft und der Ingenieure, die den Wandel von der märkischen Heide zum Industriestandort vollzogen haben.

Dorfkirche Gröben

Anekdoten und Geschichten
Eine prägende Geschichte der Stadt ist die Legende des W50-Lastwagens. Dieser DDR-LKW, der in Millionenstücken in Ludwigsfelde vom Band lief, prägte nicht nur das Straßenbild des gesamten Ostblocks, sondern wurde auch in Dutzende Länder weltweit exportiert. Bis heute verbinden viele Menschen den Namen der Stadt untrennbar mit dem brummenden Motor dieses blauen oder orangefarbenen Nutzkraftwagens.

Mitbringsel und regionale Produkte
Wer ein Mitbringsel aus Ludwigsfelde sucht, greift gerne zu Erinnerungsstücken aus dem Technikmuseum rund um die legendäre Automobilgeschichte. Auch Honig von lokalen Imkern aus den Ortsteilen und märkische Wildspezialitäten aus den umliegenden Forsten sind beliebte regionale Souvenirs.

Kehrseiten & Nachteile
Die schnelle industrielle Entwicklung und die verkehrsgünstige Lage bringen Nachteile mit sich. Das Stadtzentrum ist phasenweise durch das hohe Verkehrsaufkommen der B101 und der Autobahn belastet. Zudem fehlt Ludwigsfelde durch seine junge Entstehungszeit ein gewachsenes, historisches Altstadtzentrum, wie man es aus älteren märkischen Städten kennt.

Weitere Besonderheiten
Eine architektonische Besonderheit ist das Nebeneinander von Funktionsbauten der Nachkriegsmoderne, modernen Industriehallen und den historischen Gutshäusern in den eingemeindeten Ortsteilen. Diese Mischung macht Ludwigsfelde zu einem spannenden Spiegelbild der jüngeren Geschichte Brandenburgs.

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