Fakten, Flair, Leben & Geschichte: Teltow

Inhalt

Namensgebung
Geschichtliches
Bezug zur historischen Mark Brandenburg
Aktuelle Einwohnerzahl sowie Zahlen & Fakten
Infrastruktur & Anreise
Arbeit, Familie & Alltag
Natur, Badeseen & Wanderwege
Sehenswertes & Ausflugsziele
Gastronomie-Empfehlungen
Jährliche Veranstaltungen & Feste
Söhne und Töchter des Ortes
Anekdoten und Geschichten
Mitbringsel und regionale Produkte
Kehrseiten & Nachteile
Weitere Besonderheiten

Teltow liegt direkt an der südlichen Stadtgrenze von Berlin, unmittelbar angrenzend an den Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Bis ins Potsdamer Stadtzentrum sind es nur rund 15 Kilometer, während die Berliner Innenstadt etwa 20 Kilometer entfernt liegt. Die Kleinstadt im Landkreis Potsdam-Mittelmark verbindet das ruhige märkische Umland nahtlos mit den Vorzügen der direkt angrenzenden Metropole.

Stadtkirche Teltow, St. Andreas

Namensgebung
Der Name Teltow leitet sich aus dem Altslawischen ab. Sprachforscher führen die Bezeichnung auf das Wort tel oder telica zurück, was so viel wie Boden, Land oder tief gelegener Acker bedeutet. Später übertrug sich der Name der Ansiedlung auf die gesamte historische Landschaft und den gleichnamigen Höhenzug Teltow.

Geschichtliches
Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt datiert aus dem Jahr 1265. In einer landesherrlichen Urkunde sicherten die askanischen Markgrafen den Bürgern von Teltow städtische Privilegien zu. Teltow entwickelte sich als klassische märkische Ackerbürgerstadt mit eigener Gerichtsbarkeit, Stadtmauer und Marktrecht. Trotz verheerender Stadtbrände im 16. und 17. Jahrhundert bewahrte der Ort über die Jahrhunderte hinweg stets seine kommunale Eigenständigkeit.

Bezug zur historischen Mark Brandenburg
Teltow bildete das historische Zentrum des gleichnamigen Teltower Landes, einer der Kernregionen bei der Konsolidierung der Mark Brandenburg unter den Askaniern. Als Knotenpunkt für Handel und Handwerk zwischen der Zauche, dem Barnim und Berlin nahm die Stadt über Jahrhunderte eine Schlüsselrolle in der regionalen Versorgung ein.

Aktuelle Einwohnerzahl sowie Zahlen & Fakten
In Teltow leben heute rund 27.000 Menschen. Die Stadt erstreckt sich über eine Fläche von ungefähr 21,5 Quadratkilometern im Norden des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Die Höhe liegt durchschnittlich bei 40 Metern über dem Meeresspiegel. Die Postleitzahl lautet 14513, die telefonische Festnetzvorwahl ist die 03328.

Eins der zahlreichen unrenovierten Häuser in der Teltower Altstadt

Infrastruktur & Anreise
Die verkehrliche Infrastruktur profitiert extrem von der Lage am Berliner Stadtrand. Die S-Bahn-Linie S25 verbindet den Bahnhof Teltow Stadt direkt mit dem Berliner Potsdamer Platz in knapp 25 Minuten. Zudem liegt der Bahnhof Teltow an der Bahnstrecke Berlin-Halle, wo Regionalbahnen halten. Autofahrer nutzen die vierspurig ausgebauten Landstraßen L79 und L40 mit raschem Anschluss an die Bundesautobahn A115 über die Anschlussstelle Kleinmachnow. Fahrradfahrer schätzen den Teltowkanal-Weg sowie den Berliner Mauerweg, der direkt an der ehemaligen Grenze verläuft.

Arbeit, Familie & Alltag
Die Wirtschaftsstruktur Teltows wird durch moderne Gewerbeparks dominiert. Biotechnologie, Informationstechnik, Elektronik und klassisches Handwerk prägen den Standort. Viele Bewohner pendeln täglich nach Berlin oder Potsdam. Families finden im Stadtgebiet ein dichtes Netz aus Kindertagesstätten, Grundschulen, einer Oberschule sowie einem Gymnasium. Für Besorgungen des täglichen Bedarfs stehen mehrere Einkaufszentren, Fachmärkte und die Geschäfte in der Altstadt zur Verfügung. Die medizinische Versorgung ist durch zahlreiche Fachärzte und die Nähe zu den Berliner und Potsdamer Kliniken gesichert.

Natur, Badeseen & Wanderwege
Das grüne Band der Stadt wird maßgeblich vom Teltowkanal bestimmt. An seinen Ufern ziehen sich idyllische Promenaden entlang, wo der Duft von Lindenblüten im Frühjahr die Luft erfüllt. Südlich des Stadtgebiets erstrecken sich die Weiden und Wiesen der Buschgraben-Niederung sowie das Waldgebiet Teltower Forst. Zum Baden fahren die Einwohner an den nahegelegenen Machnower See, den Stölpchensee oder an den Wannsee im angrenzenden Berlin.

Sehenswertes & Ausflugsziele
Das Herz der Stadt schlägt in der historischen Altstadt rund um den Marktplatz. Hier steht die St.-Andreas-Kirche, deren Kern auf das 12. Jahrhundert zurückgeht und nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel im 19. Jahrhundert umgebaut wurde. Das Heimatmuseum Teltow im ältesten Wohnhaus der Stadt gibt Einblicke in das Handwerk und das Leben früherer Epochen. Der Teltowkanal mit dem geschäftigen Treffen an den Hafenanlagen bildet einen weiteren Anziehungspunkt für Spaziergänger.

Haus in der Teltower Altstadt, welches glücklicher Weise renoviert wird

Gastronomie-Empfehlungen
In den Restaurants der Altstadt und entlang der Hauptstraßen reicht das Angebot von klassischer märkischer Küche bis hin zu internationaler Gastronomie. Zur Herbstzeit dreht sich in den traditionsbewussten Gaststätten alles um die berühmte lokale Spezialität, das Teltower Rübchen. Die kleinen Edeldolchen werden gedünstet, leicht karamellisiert und mit dunkler Soße zu Schweinebraten oder Entenbrust serviert.
Wer die absolut klassische, bodenständige deutsche Küche sucht, ist in der „Kartoffelkiste“ absolut richtig. Hier kommt deftige Hausmannskost auf den Tisch, bei der – wie der Name schon verrät – die Kartoffel im Mittelpunkt steht. Italienische Speisen sollte die „Trattoria Toscana Teltow“ angesteuert werden. Die Trattoria bietet ein mediterranes Ambiente und authentische Holzofen-Pizza.

Jährliche Veranstaltungen & Feste
Das Highlight im städtischen Veranstaltungskalender ist das Teltower Stadtfest am 3. Oktober, das zehntausende Besucher aus der gesamten Region anzieht. Ein kulinarischer Höhepunkt im November ist das Rübchenfest, bei dem die Ernte der regionalen Delikatesse gefeiert wird. Zudem finden auf dem Marktplatz regelmäßig Wochenmärkte, ein Maifest sowie der traditionelle Weihnachtsmarkt statt.

Söhne und Töchter des Ortes
Eine herausragende Persönlichkeit mit engem Bezug zur Stadt ist Ernst von Stubenrauch. Als Landrat des Kreises Teltow war er Anfang des 20. Jahrhunderts der geistige Vater und Motor für den Bau des Teltowkanals, was der gesamten Region einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung bescherte.

Anekdoten und Geschichten
Die berühmteste Geschichte der Stadt rankt sich um das Teltower Rübchen. Die unscheinbare Wurzel war schon im 18. und 19. Jahrhundert an europäischen Fürstenhöfen begehrt. Sogar der Dichter Johann Wolfgang von Goethe ließ sich das Gemüse aus Teltow in Holzkisten direkt nach Weimar schicken, da er auf den feinen, leicht scharfen Geschmack nicht verzichten wollte. Auch Immanuel Kant schätzte die märkische Köstlichkeit.

Altes Rathaus Teltow

Mitbringsel und regionale Produkte
Das mit Abstand bekannteste Mitbringsel sind die echten Teltower Rübchen, die ausschließlich auf den leichten Sandböden der Umgebung ihren charakteristischen Geschmack entwickeln. Frisches Saatgut, Rübchen-Schnaps, Rübchen-Senf oder veredelte Marmeladen aus lokalen Manufakturen sind ebenso gefragte Souvenirs bei Besuchern.

Kehrseiten & Nachteile
Durch das stetige Wachstum der letzten Jahrzehnte hat Teltow spürbar an Verdichtung zugenommen. Das Verkehrsaufkommen auf den Hauptdurchfahrtsstraßen in Richtung Berlin ist zur Rushhour hoch. Zuzügler müssen sich zudem auf ein hohes Preisniveau bei Mieten und Immobilien einstellen, da die Nähe zu Berlin die Lebenshaltungskosten stark nach oben getrieben hat.

Weitere Besonderheiten
Durch Teltow verlief von 1961 bis 1989 die Berliner Mauer. Wo einst der Todesstreifen die Stadt von Berlin-Zehlendorf trennte, zieht sich heute der Berliner Mauerweg als grünes Band durch die Landschaft. Hinweistafeln und Gedenkstätten entlang der Strecke erinnern an die Jahrzehnte der deutschen Teilung und die Geschichte der Grenzanlagen am Teltowkanal.

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