Impressionen aus Brandenburg an der Havel

Die Luckenberger Brücke wurde 1890 und 1891 als hölzerne Klappbrücke erbaut, um die Wilhelmsdorfer und die Neuendorfer Vorstadt über die Niederhavel hinweg zu verbinden. Im Jahr 1923 ersetzte ein neuer und fester Bau nach Plänen des Stadtbaurats Moritz Wolf die alte Konstruktion, da durch den neueröffneten Silokanals keine Klappbrücke mehr nötig war. In den letzten Apriltagen des Jahres 1945 wurde das Bauwerk im Zweiten Weltkrieg gesprengt. Noch im Dezember desselben Jahres war die Brücke als erster massiver Neubau nach dem Krieg wiederhergestellt. Wegen starker Abnutzung entstand schließlich zwischen 2000 und 2001 ein moderner, pfeilerloser Neubau aus Stahlbeton, der im Jahr 2002 mit dem Landesbaupreis ausgezeichnet wurde.
Die Rathenower Straße in der Neustadt von Brandenburg an der Havel blickt auf eine lange städtebauliche Historie zurück. Das historische Grundstück mit der Hausnummer 13 prägen vor allem Geschichten um den Denkmalschutz und die Entwicklung des Viertels. Im Jahr 2003 erwarb ein privater Investor das altgediente Gebäude im Rahmen eines größeren Immobilienpakets der Stadt. Über viele Jahre hinweg blieb eine dringend notwendige Sanierung des historischen Baus jedoch aus. Wegen herabfallender Dachsteine musste die untere Bauaufsicht der Stadt im Frühjahr 2023 den angrenzenden Gehweg kurzfristig absperren. Angesichts des anhaltenden Verfalls leitete die Denkmalschutzbehörde schließlich ein ordnungsbehördliches Verfahren ein. Solche alten Gebäude zeigen anschaulich, wie schwer oft die Erhaltung des historischen Erbes in der Mark Brandenburg ist.
Die St.-Gotthardt-Kirche in der Brandenburger Altstadt wurde vor 1147 ursprünglich als Feldsteinkirche gebaut und diente im Jahr 1161 kurzzeitig als Bischofskirche, bevor der Konvent auf die Dominsel übersiedelte. Der Westturm der Kirche stammt im Kern aus der zweiten Hälfte des 12.Jahrhunderts und zählt gemeinsam mit Teilen der Petrikirche und der Nikolaikirche zu den ältesten erhaltenen Steinbauwerken der Region. Zwischen 1456 und 1475 wurde das Kirchenschiff unter der Leitung des Baumeisters Heinrich Reinstorp durch eine Hallenkirche aus Backstein ersetzt, welche die wirtschaftliche Blütezeit der Hansestadt widerspiegelt. Nach Einführung der Reformation im Jahr 1540 wurde die Kirche evangelisch, was zu einer Neugestaltung des Innenraums führte, darunter die Aufstellung des ersten reformatorischen Altars der Mark Brandenburg im Jahr 1559. Ein schwerer Kirchenbrand zerstörte im Mai 1972 das Innere sowie die historische Orgel, woraufhin in den darauffolgenden Jahrzehnten eine umfassende Sanierung des Gebäudes und 1986 der Einbau eines neuen Orgelwerks erfolgten.
Um 1290 begannen die Bauarbeiten für den Rathenower Torturm als einfaches Torhaus mit Zugbrücke vor der damaligen Stadtpalisade. Nachdem das Tor im 14.Jahrhundert zeitweise zugemauert und als Kerker genutzt wurde, leitete man den Verkehr dauerhaft an ihm vorbei. Typisch für den 28 Meter hohen Backsteinbau sind kunstvolle Wappenblenden und Zierfriese an den Obergeschossen. Im Jahr 1911 brach man einen Durchgang in das Erdgeschoss, damit Fußgänger den Turm seither wieder passieren können. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs traf ein Geschoss das Bauwerk, ehe es 1996 umfassend gesichert und saniert wurde.
Die historischen Altstadtgassen, wie der „Kommunikation“ sind schmale, meist direkt an der Innenseite der Stadtmauer verlaufende Wege in der Brandenburger Altstadt. Ursprünglich diente dieser freie Streifen im Mittelalter vor allem militärischen Zwecken und der schnellen Truppenbewegung. Auch die Feuerwehr nutzte den Weg früher, um im Ernstfall zügig und ungehindert zu Brandherden zu gelangen. Später patrouillierten dort Soldaten, um Schmuggler zu entdecken und das unerlaubte Verlassen der Garnisonsstadt zu verhindern. Nach dem Abriss großer Teile der Stadtmauer im 19.Jahrhundert verlor der Gang seine Funktion und wurde schließlich aufgelöst.
Im 13.Jahrhundert bauten Franziskaner-Mönche die St.Johanniskirche als schlichte Klosterkirche direkt an der Havel in der Brandenburger Altstadt. Später wurde das Gebäude im gotischen Stil umgebaut und vergrößert, wodurch es seine prägende Backstein-Optik erhielt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörte ein Bombenangriff im Jahr 1945 das westliche Teilstück schwer. Ohne rettende Reparaturen brachen im August 1986 schließlich das marode Dach und die alten Gewölbe ein, weshalb die Kirche jahrelang eine verfallene Ruine blieb. Pünktlich zur Bundesgartenschau 2015 erstrahlte das historische Bauwerk nach einer aufwendigen Sanierung dank einer modernen Glasfront und eines neuen Daches in ganz neuem Glanz.
Im Jahr 1286 schenkte der Markgraf seinen Hof in der Brandenburger Neustadt an den Dominikanerorden. Der Bau der mächtigen Backsteinkirche zog sich über fast ein Jahrhundert hin. Nach der Reformation übernahm die Stadt das Kloster und richtete dort ein Hospital ein. Brandgefahr und schwere Kämpfe im April 1945 zerstörten die Anlage bis auf die Außenmauern. Seit einer umfassenden Sanierung bis 2008 beherbergt das historische Gebäude das Archäologische Landesmuseum.
Brandenburg an der Havel
Das Quitzowhaus in der Bäckerstraße gehört zu den ältesten erhaltenen profanen Backsteinbauten der Altstadt von Brandenburg an der Havel und stammt im Kern aus dem 14. Jahrhundert. Seinen markanten Namen verdankt das spätgotische Bürgerhaus der volkstümlichen Überlieferung, nach der das märkische Adelsgeschlecht derer von Quitzow das Gebäude im Spätmittelalter genutzt haben soll. Architekturhistorisch besticht das giebelständige Bauwerk durch seinen eindrucksvollen gotischen Staffelgiebel, der das handwerkliche Können der märkischen Backsteinbaukunst im Mittelalter widerspiegelt. Über die Jahrhunderte diente das Haus als Wohn- und Handelssitz für wohlhabende Bürger der Altstadt, wobei die dicken Backsteinmauern und die Raumstruktur mehrfach angepasst wurden.
Brandenburg an der Havel
Der Plauer Torturm wurde um das Jahr 1400 als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung der Altstadt Brandenburg aus rotem Backstein erbaut. Der rund 26 Meter hohe Turm sicherte den westlichen Stadtausgang an der wichtigen Handelsstraße in Richtung Magdeburg und des Ortes Plaue an der Havel. Seine Architektur zeichnet sich durch einen mächtigen quadratischen Unterbau aus, auf dem ein runder Turmschaft mit Zinnenkranz und spitzem Kegeldach ruht. Neben seiner Schutzfunktion dienten das Tor und der Turm über die Jahrhunderte hinweg als Zollstation zur Erhebung des Pflasterzolls sowie zeitweise als Gefängnis. Heute gehört der Plauer Torturm zu den vier erhaltenen mittelalterlichen Tortürmen der Stadt und prägt als bedeutendes Baudenkmal der Backsteingotik das historische Stadtbild.
Brandenburg an der Havel
Der Steintorturm wurde Ende des 14. Jahrhunderts als mächtiger Wehrturm der Neustadt Brandenburg aus rotem Backstein errichtet. Mit einer Höhe von etwa 32 Metern ragt das Bauwerk als höchster der vier erhaltenen mittelalterlichen Tortürme der Stadt empor. Das Tor sicherte die wichtige Handelsstraße nach Süden in Richtung Belzig und schützte den südlichen Eingang zur einst eigenständigen Neustadt. Neben seiner Schutzfunktion diente der runde Turm über Jahrhunderte hinweg als städtisches Gefängnis, Pulverlager und Zollstation. Heute nutzt das Stadtmuseum den aufwendig verzierten Backsteinturm als Ausstellungsort zur Stadt- und Befestigungsgeschichte.
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